Leonhardkapelle

Kapelle St. Leonhard, Oberegg

Die am südlichen Ortsrand des Wiesenbacher Gemeindeteils Oberegg gelegene Kapelle ist dem Hl. Leonhard geweiht und befindet sich in Privatbesitz. Die Inschrift über der Dachbodenöffnung lässt unschwer das Erbauungsjahr, bzw. das Weihejahr erkennen (1768). Jedoch wird bereits 1409 ein Sakralbau erwähnt. Der kleine, als Feldkapelle errichtete Bau ist in quadratischer Grundform gehalten, welche ein nach Westen verlängernder Chorbogen abschließt.

Ursprünglich waren die Seitenwände des Langhauses mit je einer Rundbogenöffnung versehen, welche später (vielleicht Anfang des 19. Jht.) in von Außen sichtbare Nischen zugemauert wurden. Die Außenfassade, sowie der Innenraum erfuhr in den Jahren 1953 sowie 2004 eine grundlegende Sanierung. Bei letzterer wurde, dieser Kapellenart untypisch, ein aus Kalksteinplatten verlegter Fußboden eingebracht, welcher die maroden, handgeschlagenen Ziegelplatten ersetzte. Die kunsthistorisch- und künstlerisch bedeutsamen Figuren wurden aus Sicherheitsgründen entfernt.

Kunsthistorische Beschreibung des Innenraumes

„Das Langhaus weist eine gesimslose Spiegeldecke auf. Der Zugang (im Osten) zur Kapelle ist als Korbbogentür gehalten. Darüber befindet sich ein kleines geschweiftes Fenster. Im Westen eingezogen rundbogiger Chorbogen, von Architekturmalerei mit Rocaillen gesäumt, mit Eisengitter der Erbauungszeit (mit Spiralmuster) geschlossen. Im Westen eingezogene rundbogige Apsis mit Spiegeldecke und beiderseits kleinen Vierpassfenstern.

Äußeres

leonhard2St. LeonhardApsismauer etwas erhöht. Profiliertes Traufgesims. In der Mitte der Längswände bis zum Boden reichende Rundbogennischen. Am Ostgiebel profilierte Gesimse unter dem Ansatz, an den Schrägen und zwischen den beiden Geschossen. Im unteren Geschoss Rechtecköffnung mit Holzladen, im oberen Inschrift „A 1768 D“. An Ecken, Gesimsen und Öffnungen der Ostfassade schlichte, gemalte Rahmungen.

Altar

St. LeonhardSt. Leonhard1768, Holz gefasst. Aufsatz mit Figur des Hl. Leonhard in dreilappig geschlossener, flacher Nische, flankiert von gewundenen, von Laub umschlungenen Säulen und Volunten. Auf dem Sockel des Aufbaus Statuetten der Pietá (Mitte) und der Hll. Johannes Ev. und Matthäus (beiderseits), darüber an der Wand die anderen Evangelisten Lukas und Markus. Auf der Mensa 2 Leuchterengel. Im geschweiften Auszug Herz Jesu in Strahlenkranz, flankiert von Figuren der Hll. Sebastian und Rochus; Im Scheitel auf dem Kreuz sitzender schmerzhafter Heiland.

Kruzifix:

leonhard5(Südwand), um 1768, Holz gefasst, zwischen zwei Engeln mit Leidenswerkzeugen.“

Der Heilige Leonhard wird u. a. als Patron der „in Ketten liegenden“, der Bauern, des Viehs und der Ställe angerufen.

Quelle

Habel, Heinrich, in: Gebhard, Torsten und Horn, Adam (Hrsg.), Landkreis Krumbach. Bayerische Kunstdenkmale, Band XXIX, München 1969, Ss. 209/210

Weiterführende Infos z. B. unter:http://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Leonhard_von_Noblat.html