Vituskapelle

vitusKath. Filialkirche St. Vitus, Stephanus und Laurentius in Unterwiesenbach

Das gerade zwölf Meter lange Bauwerk hat die baufreudigen Roggenburger Äbte des Barocks ebenso heil überstanden wie das respektlose frühe 20. Jahrhundert. So wie sich die Kapelle nach der letzten Renovierung präsentiert (ohne Sakristei, ohne barockes und neugotisches Beiwerk) muss man sich vor 700 Jahren das Gotteshaus einer Landgemeinde vorstellen.

12. Jahrhundert erbaut und den drei mächtigen mittelalterlichen Führsprechern an Gottes Thron geweiht (Hl. Vitus, Stefanus und Laurentius).
1470/80 Fresken in den Chorwänden und Chorbogen:
Im Chor spätgotische Ausmalung an Gewölben und Wänden. Vermutlich von einem Ulmer Meister, doch sehr stark ergänzt und übermalt; 1885 übertüncht, 1908 freigelegt, 1910 von Friedrich Wirnhier, München, restauriert. In den Gewölbekappen sind die Symbole der 4 Evangelisten dargestellt: 1. östlich: Adler des Johannes 2. südlich: Engel des Matthäus 3. westlich: Löwe des Markus 4. nördlich: Stier des Lukas An den Chorwänden je zwei, durch das in die Fresken einschneidende Fenster, getrennte Darstellungen: Ostwand: links vom Fenster: Taufe Christi, oben Gottvater rechts vom Fenster: Martertod des Hl. Laurentius Südwand: links vom Fenster: Verkündigung Maria, oben Gottvater und Hl. Geist
15. Jahrhundert rechts vom Fenster: Martertod des Hl. Stephanus
1770 und 1793 Chorbogenlaibung Mitte: links „Wappen der Kapelle“
18. Jahrhundert rechts „Wappen derer von Wiesenbach“
Langhaus und Turm-Oberteil, zweite Hälfte des 15.Jh.
Renovierung
Kruzifix, Holz gefasst. 2. Hälfte 18. Jh. (Langhaus, Südwand)
1958 Opferstock (am Kircheingang rechts) Vierkantbaluster aus Holz
1967 - 1972, 1991 unbekannt Holzfiguren im Langhaus: Nordseite beginnend: Hl. Vitus, Hl. Stephanus und Hl. Laurentius  Außenrenovierung
2007

Mit enormen finanziellen Anstrengungen hat die Gemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Negele die Initiative ergriffen, die Außen- und Innenrenovierung durchgeführt, und aus der unscheinbaren, geschichtlich wertvollen, aber heruntergekommenen Kapelle, ein beachtliches kleines Schmuckstück geschaffen. Außenanstrich

Die gotische Kirche, wie sie heute in Unterwiesenbach steht, ist wahrscheinlich nicht die erste Kirche an dieser Stelle gewesen. Unter anderem soll die Kapelle auch Taufkapelle der Herren von Wiesenbach gewesen sein.

Sie zählt mit zu den ältesten Bauwerken im Landkreis.