Kirche

Zur Ortsgeschichte und Geschichte der Ortskirche

Wiesenbachs Anfänge liegen im Dunkel der Geschichte. Der Ort befindet sich damals wie heute etwas abseits der großen Siedlungskerne, in einem ursprünglich besonders waldreichen Gebiet. Das ehemals keltische Land wurde nach einem römischen Intermezzo im Zuge der Völkerwanderung etwa 300 nach Christus von den alemannischen Schwaben besiedelt. Im Namen Wiesenbachs lebt der Name des Urrinds, der Wisents (ursprünglich Wisentaichach) weiter, das in den Wäldern ringsum hauste. Die erste schriftliche Erwähnung Wiesenbachs erfolgte im Jahr 1297 im Zusammenhang mit dem Ortsadel, den Rittern von Wiesenbach. Deren Burgstall befindet sich im Ortsteil Unterwiesenbach. Die Unterwiesenbacher Kapelle, die "Kapell", dürfte die Burgkapelle der Wiesenbacher Ritter sein. 1362 erwarb das Kloster Roggenburg das Patronat und den Kirchensitz von Gerwig von Nordholz. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war Wiesenbach teilweise, aber später ganz, bis zur Säkularisation im Jahre 1803 Teil des Roggenburger KlosterTerritoriums. Die um 1126 gegründete Prämonstratenserabtei Roggenburg vom Orden der "weißen Mönche des heiligen Norbert" (es sind eigentlich Chorherren) besaß schon sehr früh die Reichsunmittelbarkeit, das heißt eigene Staatshoheit aber unter habs-burgisch-österreichischer Schutzherrschaft. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche dürfte eine gotische Kirche gewesen sein. Das Satteldach der gotischen Vorgängerkirche ist auf alten Landkarten zu sehen. Im Jahre 1708 ließ der Roggenburger Abt Hugo Lindner den Chor und den Turm „a fundamentis neu“ erbauen, wie es in den Roggenburger Akten heißt. Abt Georg Lienhardt aber war es, der ab 1757 bis 1758 die Kirche (bis auf den Turm) ganz neu erbauen ließ.

St. BlasiusObwohl die Roggenburger Kasse durch die Baumassnahmen in Roggenburg selbst zliemlich leer war (auch die Klosterkirche war gleichzeitig erbaut worden), befahl Abt Georg die baufällige Wiesenbacher Kirche abzureißen und zum Neubau zu rüsten. So heißt es in einem Roggenburger Bericht: „Das Gold aus den Truhen war fast alles verschwunden, da man alles vermauret hatte, aber fremde Börsen wollten sich nicht öffnen zu einem Gold-Regen, der den Bausand anfeuchten könnte“. Aber der Mut des Abtes und die wirtschaftlich günstigen Zeiten ermöglichten doch noch den Neubau. Anscheinend sind zumindest teilweise die Grundmauern in ein bis zwei Meter Höhe wiederverwendet worden, die Untersuchungen bei der jüngsten Renovierung zeigen.